Beim Indo German IT Round Table 2008 am vergangenen Montag in Stuttgart haben sich ziemlich viele Anbieter von IT-Outsourcing-Services mit, nun ja, ziemlich vielen Anbietern von IT-Outsourcing-Services getroffen. Mir sind auf der Veranstaltung im Stuttgarter Rathaus zwei Dinge aufgefallen:
Erstens: Ashant Chalasani hat mit dem Indo-German IT Round Table offenbar eine Lücke gefunden und ausgefüllt, denn immerhin sind über 40 Unternehmen und zahlreiche Vertreter von Stadt, Land und allerlei Verbänden seinem Ruf gefolgt. Er hat außerdem demonstriert, daß Offshore Outsourcing nun wirklich akzeptiert ist. Sonst hätte er wohl kaum in das Rathaus der Landeshauptstadt einladen dürfen. Chapeau, Ashant.
Zweitens: IT-Offshore-Outsourcing nach Indien gibt es für die „breite Masse“ von Unternehmen seit der Jahrtausendwende (erinnern Sie sich noch an den damals befürchteten Millenium-Bug ? Die damalige Knappheit an Entwicklern war ein massgeblicher Faktor zu Beginn der indischen IT-Erfolgsstory!). Es wurden nun in den vergangenen zehn Jahren Tausende von IT-Offshore-Projekten durchgeführt und Milliarden von Euro umgesetzt. Manche Projekte waren erfolgreich, manche waren es nicht, 10 Jahre Offshore Outsourcing waren aber für alle Teilnehmer – zumindest potentiell – lehrreich, und zwar auf beiden Seiten. Dessen ungeachtet waren die meisten indischen Anbieter letzte Woche in Stuttgart ohne klaren Angebotsfokus angetreten, die Mehrzahl meiner Gesprächspartner bot mit Inbrunst und Überzeugung „all technologies, all industries“ an. Schade eigentlich. Die Nachfrageseite hat nach meinem Eindruck nämlich schon ziemlich viel dazugelernt und würde heutzutage, von einer hohen technischen Kompetenz abgesehen, vor allem branchenrelevante Referenzen sehen wollen. Wenn die Angebotsseite da nicht mitzieht, überlässt sie das Geschäft den Wenigen an der Spitze und dem internationalen Wettbewerb.
Womit wir bei der CeBIT 2008 wären: Auf dem Ukraine-Forum des Branchenverbandes Bitkom waren die Anbieter von Software Services ebenfalls völlig unter sich, die Kunden informierten sich offensichtlich anderswo. Ich hatte den Eindruck, nochmal Präsentationen aus meinen frühen Indien-Jahren zu sehen. Da wurden Tips für den Umgang mit Deutschen gegeben („a firm but brief handshake!“) und stolz von versucht, mit CMM-Level 3 zu punkten (es empfiehlt sich nicht, mit weniger als Level 5 anzugeben.) Einzige Highlights: Albrecht Metter von der ameria GmbH unterstrich seine Behauptung, etwas von deutsch-ukrainischer Zusammenarbeit zu verstehen, indem er auf deutsch und ukrainisch vortrug. Valeriy Kutsyy von Miratech gab einen spannenden analytischen Blick auf die Entwicklung der ukrainischen IT-Wirtschaft. Da tut sich etwas, es würde mich nicht überraschen, wenn wir in naher Zukunft mehr von dieser Nearshore-Destination hören.
Sonntag, 9. März 2008
Samstag, 1. März 2008
Ingescon: Indo German IT Round Table, Cebit, Outsourcing Enterprise Series
Am kommenden Montag (3.März 2008) treffen sich ziemlich viele Anbieter von IT-Outsourcing-Services mit ziemlich vielen Nachfragern derselben – oder so ist es zumindest gedacht. IT Round Table 2008 heisst die Veranstaltung in Stuttgart – sehr spannend aufgesetzt, interessante Rednerliste, relevante Themenauswahl. Ob es tatsächlich viele Nachfrager auf die Veranstaltung zieht, werden wir sehen. Hoffentlich ist es nicht wie auf der Cebit, wo jeder etwas verkaufen möchte, sich die Kaufwilligen aber leider anderswo informieren. Ich habe beide Seiten auf meiner Agenda und fahre jedenfalls hin – sowohl zum IT Round Table nach Stuttgart als auch, tags darauf, auf eine Kurzvisite zur Cebit. Von beidem werde ich berichten, nächste Woche hier.
Fundstelle: Logica hat eine White Paper Serie namens „Outsourcing Enterprise Series“ verlegt, die im Gegensatz zu der in unsere jungen Branche oft anzutreffenden eher anekdotischen Evidenzbasis auf einer wissenschaftlich soliden Grundlage steht: 1200 Organisationen, 15 Jahre, über die ganze Welt verteilt, viele Branchen, und, das finde ich bemerkenswert: Von mehreren unabhängigen Forschern, darunter Leslie Willcocks von Europas Kaderschmiede Nr. 1, der London School of Economics. Entstanden ist eine White Paper-Serie, die ich dem Global-Sourcing-Interessierten nur an Herz legen kann. Hier ist der Link.
Schönes Wochenende !
Fundstelle: Logica hat eine White Paper Serie namens „Outsourcing Enterprise Series“ verlegt, die im Gegensatz zu der in unsere jungen Branche oft anzutreffenden eher anekdotischen Evidenzbasis auf einer wissenschaftlich soliden Grundlage steht: 1200 Organisationen, 15 Jahre, über die ganze Welt verteilt, viele Branchen, und, das finde ich bemerkenswert: Von mehreren unabhängigen Forschern, darunter Leslie Willcocks von Europas Kaderschmiede Nr. 1, der London School of Economics. Entstanden ist eine White Paper-Serie, die ich dem Global-Sourcing-Interessierten nur an Herz legen kann. Hier ist der Link.
Schönes Wochenende !
Samstag, 23. Februar 2008
Offshore Oustourcing mal ganz anders: Die persönliche Assistenz in Indien
Neulich abend rief mich meine Mutter an. Auf dem Berliner Flughafen Tegel hatte man gerade ihren Billigflug nach Karlsruhe / Baden-Baden mal ganz easy gecancelled. Ob ich ihr rasch mal eine Alternativverbindung raussuchen könne – die Schalter der Airlines vor Ort waren natürlich sofort überfüllt. Kein Problem, mit deutschen Flügeln via Hamburg ging’s, und mit ein paar Stunden Verspätung kam sie dann doch noch glücklich wieder zu Hause an. Wer keinen always-on-Sohn hat, kann sich soetwas übrigens auch für Geld kaufen: Der Chicago Tribune berichtete gerade über Get Friday (die bloggen übrigens auch hier) und deren geniale Angebotskombination von Flüge buchen über Katze füttern bis Geburtstagsständchen singen. Mit deutschsprachigen Angeboten hapert’s noch ein wenig. Sollte aber nicht mehr lange dauern, und muß ja auch nicht unbedingt aus Asien kommen. Hallo, Nearshore-Osteuropa! Seid Ihr da ? Der Sydney Morning Herald hat gerade dieselbe Geschichte veröffentlicht. Ziemlich hippes Thema.
Offshore Outsourcing passiert halt nicht nur bei Software. Oder andersherum: Wo andere einen Job besser, billiger und schneller eledigen, zieht der Wettbewerb an, die Preise sinken und die Kunden stehen am Ende besser da.
Un den hier noch: Jede Suche bei Google kostet 6,8 Gramm CO2! Klasse Keynote von Rolf Kersten (Sun Microsystems). In Ergänzung zu seinen Vorschlägen kalauere ich noch hinterher: Suchbegriffsgemeinschaften bilden. Nicht mehr verwendete Suchbegriffe trennen. Suchbegriffe aus der Lebensmittelbranche auf den Kompost (aber keine Suche nach Asche, das schadet dem Haufen). Und vor allem: Weniger suchen. Auch mal wieder den Brockhaus aus dem Regal ziehen. Ach nein, der erscheint ja auch nur noch online. Es ist aber auch alles schwierig geworden. Die Lösung: Die Assistenz suchen lassen...aah!
Offshore Outsourcing passiert halt nicht nur bei Software. Oder andersherum: Wo andere einen Job besser, billiger und schneller eledigen, zieht der Wettbewerb an, die Preise sinken und die Kunden stehen am Ende besser da.
Un den hier noch: Jede Suche bei Google kostet 6,8 Gramm CO2! Klasse Keynote von Rolf Kersten (Sun Microsystems). In Ergänzung zu seinen Vorschlägen kalauere ich noch hinterher: Suchbegriffsgemeinschaften bilden. Nicht mehr verwendete Suchbegriffe trennen. Suchbegriffe aus der Lebensmittelbranche auf den Kompost (aber keine Suche nach Asche, das schadet dem Haufen). Und vor allem: Weniger suchen. Auch mal wieder den Brockhaus aus dem Regal ziehen. Ach nein, der erscheint ja auch nur noch online. Es ist aber auch alles schwierig geworden. Die Lösung: Die Assistenz suchen lassen...aah!
Samstag, 9. Februar 2008
Durch die Augen des Anbieters sehen
Um meine Kunden beim Umgang mit dem Thema Offshore Outsourcing / Global IT Sourcing zu unterstützen, sehe ich mir normalerweise deren Prozesse an, analysiere den aktuellen und langfristigen Bedarf an Unterstützung durch Externe, und so weiter. Am Ende jedenfalls kommt meist eine Empfehlung für ein bestimmtes Projekt und diesen oder jenen Anbieter heraus, manchmal für einen lokalen, oft für einen weit entfernten. Soweit nichts Überraschendes. (Kann ich Ihnen was helfen ? --> Hier.). So, jetzt aber genug Werbung! Zum eigentlichen Thema für heute:
Um diesen Global IT Sourcing-Markt wirklich zu verstehen, lohnt es, sich einmal für einen Moment in die Schuhe des Anbieters zu stellen. Gar nicht so einfach, denn „in Indien“ (einmal als pauschalen Begriff für die Anbieterseite verwendet) herrscht nunmal ein anderes Herangehen an Strategie und Taktik von Businessentscheidungen – das macht diese ganze Global IT Sourcing Geschichte ja so spannend.
Ich bin davon überzeugt, daß es fünf wichtige Erfolgsfaktoren für Anbieter gibt. Anbieter werden in den nächsten Jahren erfolgreich sein, wenn sie…
Meine generelle Überzeugung: Global Sourcing wird Mainstream. Die Nachfrageseite wird sich mit durchdachten Konzepten und komplexen Anfragen an die Anbieterseite wenden. Es wird zwar immer einen Markt für „billige Programmierer“ geben, aber deren Anbieter sind dazu verdammt, in den entlegensten Ecken der Welt nach weiteren Kapazitäten zu suchen, während hochwertige Anbieter das spannendere und lukrativere Geschäft mitnehmen.
Um diesen Global IT Sourcing-Markt wirklich zu verstehen, lohnt es, sich einmal für einen Moment in die Schuhe des Anbieters zu stellen. Gar nicht so einfach, denn „in Indien“ (einmal als pauschalen Begriff für die Anbieterseite verwendet) herrscht nunmal ein anderes Herangehen an Strategie und Taktik von Businessentscheidungen – das macht diese ganze Global IT Sourcing Geschichte ja so spannend.
Ich bin davon überzeugt, daß es fünf wichtige Erfolgsfaktoren für Anbieter gibt. Anbieter werden in den nächsten Jahren erfolgreich sein, wenn sie…
- einen vertikalen Fokus haben, also in der Lage sind, für bestimmte Branchen und Industrien Lösungen mit hoher Wertschöpfung zu bauen. Wer bspw. Prozesse der Arzneimittelzulassung oder komplexe Produktionssteuerungen abbilden kann, trifft auf intensive Nachfrage und wenig Wettbewerb.
- in der Lage sind, in die Tiefe zu gehen und integrierte Lösungen anzubieten. Die Zeit der Gesamtanbieter kommt (wieder!), die in der Lage sind, ihren Kunden ganze Aufgabenbereiche auf einmal abzunehmen und schlüsselfertig zu liefern.
- belastbare, robuste, widerstandsfähige Strukturen aufweisen können. Probleme mit Ausfallsicherheit, Kapazitätsplanung, Betriebsfrieden, politischer Umgebung, Naturkatastrophen, Mitarbeiterabwanderung etc. müssen nachhaltig gelöst sein. Dann können Kunden nämlich ruhiger schlafen.
- Datensicherheit ernst nehmen und erkennen, daß hier in der EU ein grundsätzlich anderes Verständnis von Datenschutz herrscht als in den USA. Ein Anbieter, der schlüssiges Gesamtkonzept für die Datensicherheitsbelange seiner europäischen Kunden vorlegen kann, hat einen immensen Vorteil vor den Wettbewerbern, die das Thema immer noch verschlafen (erstaunlich viele Anbieter reagieren immer noch mit gelangweilten Standard-US-Antworten auf die entsprechenden Fragen und nehmen das Thema nicht ernst!)
- sich von der Vorstellung frei machen, ihr Wachstum alleine und organisch realisieren zu müssen. „It’s a seat game“, versicherte mir der Betreiber eines mittelgroßen indischen Anbieters gerade erneut und meinte damit, daß nur das schnelle Erreichen einer hinreichend großen Anzahl von Mitarbeitern (deren Arbeitsplätze, die „seats“, sind zu füllen) das Überleben ermöglicht. In einem Markt, der von Wachstumsraten jenseits der 40% p.a. gekennzeichnet is, gilt: Wer seinen Umsatz Jahr für Jahr „nur“ um ein Drittel (!!!) steigert, ist ein Verlierer und bekommt keine qualifizierten Mitarbeiter mehr. Also: Zukaufen. Venture Capital aufnehmen. The trend is your friend. Dem Tapferen hilft das Glück!
Meine generelle Überzeugung: Global Sourcing wird Mainstream. Die Nachfrageseite wird sich mit durchdachten Konzepten und komplexen Anfragen an die Anbieterseite wenden. Es wird zwar immer einen Markt für „billige Programmierer“ geben, aber deren Anbieter sind dazu verdammt, in den entlegensten Ecken der Welt nach weiteren Kapazitäten zu suchen, während hochwertige Anbieter das spannendere und lukrativere Geschäft mitnehmen.
Samstag, 2. Februar 2008
Relationship Management allenthalben
Während das Thema CRM (Customer Relationship Management) inzwischen allgemein geläufig ist, tun sich bei der Einordnung des SRM (des Supplier Relationship Management) doch viele noch etwas schwerer. Was war die Welt doch noch schön einfach, als man von „Absatz“ und „Einkauf“ sprechen konnte. „Wir benennen die Dinge, um sie zu verstehen“, versicherte mir anlässlich einer solchen Diskussion neulich der Schweizer CRM-Guru Nils Hafner, den ihm angemessenen Platz zwischen Wittgenstein und Krishnamurti beanspruchend. Er hat gut Reden, den sein Schweizer Customer Competencies Institut beleuchtet CRM. Wir auf der SRM-Seite dagegen müssen ein paar Jahre Rückstand aufholen, bis das Konzept „Sourcing Economy“ (Aha! „Sourcing…economy…Sourceconomy!“) wirklich Eingang in die ökonomische Denke gefunden hat. Meine These dazu: Eine wettbewerbliche Differenzierung in der IT findet zunehmend auf der Erstellungsseite statt, nicht auf der Vermarktungsseite. Da ist nämlich eine gewisse „Sättigung“ eingetreten, die attraktiven Optimierungspotenziale liegen in heute der Produktion und Beschaffung. Wir bleiben dran.
Nochmal die Schweiz: Neulich war ich auf einer Veranstaltung, die ein hochaktuelles Technologie-Thema mit fachkundigen Teilnehmern in ansprechendem Format präsentiert hat. Der Referent war für sein Thema wirklich engagiert, die Moderation kompetent und unaufdringlich, der Rahmen locker aber professionell. Weit weg fahren musste ich dafür nicht: In ihrer Reihe „Campus Talk“ hatte die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Basel zum Thema „Software as a Service (SaaS)“ geladen. Andreas von Gunten hat das Thema leidenschaftlich präsentiert und das Ende von herkömmlicher, dezentraler Software ausgerufen. Ich bin selten von einer Fachveranstaltung so umfangreich informiert, kompetent beraten und bestens unterhalten worden. Die Diskussions- und Moderationsmethode „World Café“ unter der Ägide von CampusTalk-Initiatorin Martina Dalla Vecchia taten das Ihre dazu . Die nächsten Veranstaltungen stehen hier, das Thema Offshore Outsourcing wird im Oktober präsentiert. Empfehlenswert!
Nochmal die Schweiz: Neulich war ich auf einer Veranstaltung, die ein hochaktuelles Technologie-Thema mit fachkundigen Teilnehmern in ansprechendem Format präsentiert hat. Der Referent war für sein Thema wirklich engagiert, die Moderation kompetent und unaufdringlich, der Rahmen locker aber professionell. Weit weg fahren musste ich dafür nicht: In ihrer Reihe „Campus Talk“ hatte die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Basel zum Thema „Software as a Service (SaaS)“ geladen. Andreas von Gunten hat das Thema leidenschaftlich präsentiert und das Ende von herkömmlicher, dezentraler Software ausgerufen. Ich bin selten von einer Fachveranstaltung so umfangreich informiert, kompetent beraten und bestens unterhalten worden. Die Diskussions- und Moderationsmethode „World Café“ unter der Ägide von CampusTalk-Initiatorin Martina Dalla Vecchia taten das Ihre dazu . Die nächsten Veranstaltungen stehen hier, das Thema Offshore Outsourcing wird im Oktober präsentiert. Empfehlenswert!
Samstag, 26. Januar 2008
Der Wellness-Faktor bei der globalen Auftragsvergabe
Einer der schönsten Lacher, den die Tagesschau bisher serviert hat, war ja Jens Riewas legendäre Ankündigung „aus Frankfurt nun die Lottovorhersage für …“. Jaja, schön wär’s. Wenn man nur wüsste, wohin morgen die Sonne scheint. Das denken sich neben uns Lottospielern auch die Verantwortlichen in den asiatischen und osteuropäischen Softwarehochburgen, die permanent entscheiden müssen, ob sie zu horrenden Mieten einen weiteren Quadratfuss an ihrem angestammten Standort dazumieten, oder ob sie sich einen Alternativstandort aussuchen, der preislich weniger schmerzt und Mittel für Wachstum freisetzt. Die sprichwörtliche Luft zum Atmen – nicht nur für’s Budget der Firma, auch für die Mitarbeiter in der Programmierung spielen die sogenannten „Tier-2-Cities“, also die „Standorte der zweiten Klasse“, eine zunehmend wichtige Rolle.
Aktuell machen alternative Standorte von sich reden, die Wellness nicht nur für die GuV, sondern eben auch für den Faktor Arbeit versprechen: Exemplarisch sei das mediterrane Klima der Schwarzmeerküste auf der Krim genannt, wo sich die Ukraine von ihrer schönsten Seite zeigt. Viele der ukrainischen Softwareentwickler, die in Kiew vor einer von nur zwei Brücken über den Dnjepr stundenlang im Stau stehen, überlegen sich gut, ob sie nicht lieber bei einem Anbieter auf der schönen Krim anheuern und in sauberer Luft und Ferienathmosphäre arbeiten. Ähnliches spielt sich mit Alternativstandorten in Indien und China ab: Über das Argument „Lebensqualität“ kriegen auch Unternehmen, die nicht direkt in den Universitätsstädten sitzen, ihren Zugang zu neuen Mitarbeitern. Dies gilt inbesondere für die so begehrten erfahreneren Mitarbeiter, die sich nach 5 oder 6 Jahren IT-Karriere nun mit Gedanken an mehr Balance im Leben und an eine Familie beschäftigen. Wenn sich die niedrigeren Kosten in der „zweiten Lage“ dann auch in den Preisen für die Kunden niederschlagen, lohnt sich bei der Suche nach einem IT-Partner ein Blick auf „Tier-2“-Standorte allemal.
Noch etwas: Technology Partners, Inc. haben in ihrem Quarterly Index gerade festgestellt, daß Europa (genauer: EMEA) im Jahr 2007 der aktivste Outsourcingmarkt der Welt war. „Wir“ haben die USA sowohl in der Anzahl der neuen Vertragsabschlüsse überholt als auch im Volumen der Aufträge: Mit etwas mehr als 32 Mrd. Euro orderten EMEA-Unternehmen etwa das anderthalbfache Volumen des US-Offshoring-Marktes. Im Gesamtmarkt werden 7% Wachstum für 2008 erwartet. TPI präsentiert seine wichtigsten Offshore-Outsourcing-Erkenntnisse aus dem letzten Quartal und dem gesamten Jahr 2007 hier.
Spannende Zeiten !
Aktuell machen alternative Standorte von sich reden, die Wellness nicht nur für die GuV, sondern eben auch für den Faktor Arbeit versprechen: Exemplarisch sei das mediterrane Klima der Schwarzmeerküste auf der Krim genannt, wo sich die Ukraine von ihrer schönsten Seite zeigt. Viele der ukrainischen Softwareentwickler, die in Kiew vor einer von nur zwei Brücken über den Dnjepr stundenlang im Stau stehen, überlegen sich gut, ob sie nicht lieber bei einem Anbieter auf der schönen Krim anheuern und in sauberer Luft und Ferienathmosphäre arbeiten. Ähnliches spielt sich mit Alternativstandorten in Indien und China ab: Über das Argument „Lebensqualität“ kriegen auch Unternehmen, die nicht direkt in den Universitätsstädten sitzen, ihren Zugang zu neuen Mitarbeitern. Dies gilt inbesondere für die so begehrten erfahreneren Mitarbeiter, die sich nach 5 oder 6 Jahren IT-Karriere nun mit Gedanken an mehr Balance im Leben und an eine Familie beschäftigen. Wenn sich die niedrigeren Kosten in der „zweiten Lage“ dann auch in den Preisen für die Kunden niederschlagen, lohnt sich bei der Suche nach einem IT-Partner ein Blick auf „Tier-2“-Standorte allemal.
Noch etwas: Technology Partners, Inc. haben in ihrem Quarterly Index gerade festgestellt, daß Europa (genauer: EMEA) im Jahr 2007 der aktivste Outsourcingmarkt der Welt war. „Wir“ haben die USA sowohl in der Anzahl der neuen Vertragsabschlüsse überholt als auch im Volumen der Aufträge: Mit etwas mehr als 32 Mrd. Euro orderten EMEA-Unternehmen etwa das anderthalbfache Volumen des US-Offshoring-Marktes. Im Gesamtmarkt werden 7% Wachstum für 2008 erwartet. TPI präsentiert seine wichtigsten Offshore-Outsourcing-Erkenntnisse aus dem letzten Quartal und dem gesamten Jahr 2007 hier.
Spannende Zeiten !
Samstag, 19. Januar 2008
Was sich fürs Offshoring eignet, Tatas Quartalsergebnisse, Cyrill Etschingers neues Buch
Heute mal eine kleine Rundschau durch die aktuellen Meldungen für die Offshore-und-Global-Sourcing-Interessierten:
Reuters hatte ja bereits 2004 einen Sprung nach Indien getan und einen Teil der internen Prozesse des Nachrichtenkonzerns dort abwickeln lassen, wie die Times of India damals stolz berichtete. Nicht weniger als eine "new outsourcing era in the global media and publishing business" wurde ausgerufen. Natürlich geschah es gegen wilde Proteste der amerikanischen Journalisten-Gewerkschaften, aber aus gutem Grunde: Die Kollegen in Indien haben den selben Job besser, billiger und schneller erledigt.
Administrative Prozesse der Nachrichtenabwicklung und das Generieren von Bildunterschriften scheinen für Offshoring geeignet. ValueNotes schreibt einen guten Artikel zum Thema Editorial Offshoring (Externe Vergabe von Redaktionellen Aufgaben).
Für andere Aufgaben wie bspw. das Generieren von lokalen redaktionellen Inhalten gilt das eben nicht: So hat der Miami Herald in einer viel beachteten Entscheidung gerade verkündet, die Vergabe von inhaltlichen Aufgaben nach Indien nicht weiter zu erwägen. Man hatte sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und festgestellt, daß in bestimmten Bereichen zu viele Hindernisse in der Abwicklung aufgetaucht sind – das Wissen um lokale Bräuche und Nuancen ist eben nicht einfach dokumentier- und nach Indien verschickbar. Anderes schon, und das wird auch gemacht.
Also: Die Aufgabe, die "nach Offshore" geht, muss dafür eben auch geeignet sein. Bei der Auswahl solcher Aufgaben kann man sich ja Hilfe holen, bspw. hier. Also gut, das war Eigenwerbung :-) Stimmt aber trotzdem.
Finanzberichte sind ja selten wirklich unterhaltsam, aber dieser hier –wie immer – einen Blick wert: Tata Consultancy Services (TCS), der größte Technologie-Outsourcer der Welt, hat seine Quartalsergebnisse präsentiert. Da steht etwas von über 4.000.000.000 US-Dollar Umsatz in den ersten 9 Monaten des Fiskaljahres …
Und Cyrill Eltschinger, IT-Outsourcing Papst in Peking, stellt sein Buch „Source Code China: The New Global Hub of IT Outsourcing“ in Pekings „Capital Club“ vor. Konträr zum normalerweise in der IT-Szene beobachtbaren Hang (oder ist es ein Zwang?) zur Lässigkeit im Auftreten wird in der Einladung um den Verzicht auf „Jeans Trousers“ und "Sports Shoes“ gebeten ! In Anführungszeichen! Outsource in Style – vielleicht erleben wir die Geburtsstunde einer ganz neuen Idee…
Schönes Wochenende!
Reuters hatte ja bereits 2004 einen Sprung nach Indien getan und einen Teil der internen Prozesse des Nachrichtenkonzerns dort abwickeln lassen, wie die Times of India damals stolz berichtete. Nicht weniger als eine "new outsourcing era in the global media and publishing business" wurde ausgerufen. Natürlich geschah es gegen wilde Proteste der amerikanischen Journalisten-Gewerkschaften, aber aus gutem Grunde: Die Kollegen in Indien haben den selben Job besser, billiger und schneller erledigt.
Administrative Prozesse der Nachrichtenabwicklung und das Generieren von Bildunterschriften scheinen für Offshoring geeignet. ValueNotes schreibt einen guten Artikel zum Thema Editorial Offshoring (Externe Vergabe von Redaktionellen Aufgaben).
Für andere Aufgaben wie bspw. das Generieren von lokalen redaktionellen Inhalten gilt das eben nicht: So hat der Miami Herald in einer viel beachteten Entscheidung gerade verkündet, die Vergabe von inhaltlichen Aufgaben nach Indien nicht weiter zu erwägen. Man hatte sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und festgestellt, daß in bestimmten Bereichen zu viele Hindernisse in der Abwicklung aufgetaucht sind – das Wissen um lokale Bräuche und Nuancen ist eben nicht einfach dokumentier- und nach Indien verschickbar. Anderes schon, und das wird auch gemacht.
Also: Die Aufgabe, die "nach Offshore" geht, muss dafür eben auch geeignet sein. Bei der Auswahl solcher Aufgaben kann man sich ja Hilfe holen, bspw. hier. Also gut, das war Eigenwerbung :-) Stimmt aber trotzdem.
Finanzberichte sind ja selten wirklich unterhaltsam, aber dieser hier –wie immer – einen Blick wert: Tata Consultancy Services (TCS), der größte Technologie-Outsourcer der Welt, hat seine Quartalsergebnisse präsentiert. Da steht etwas von über 4.000.000.000 US-Dollar Umsatz in den ersten 9 Monaten des Fiskaljahres …
Und Cyrill Eltschinger, IT-Outsourcing Papst in Peking, stellt sein Buch „Source Code China: The New Global Hub of IT Outsourcing“ in Pekings „Capital Club“ vor. Konträr zum normalerweise in der IT-Szene beobachtbaren Hang (oder ist es ein Zwang?) zur Lässigkeit im Auftreten wird in der Einladung um den Verzicht auf „Jeans Trousers“ und "Sports Shoes“ gebeten ! In Anführungszeichen! Outsource in Style – vielleicht erleben wir die Geburtsstunde einer ganz neuen Idee…
Schönes Wochenende!
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